Tölzer Konzept


Entwicklung des Tölzer Konzeptes:

Das Vermeiden und Verwerten von Abfällen hat gesetzlichen Vorrang vor der Entsorgung. Außerdem stehen bei jedem Abfallwirtschaftskonzept der Bedarf der Bürger ebenso im Vordergrund wie die Entsorgungssicherheit und die Gebührenstabilität.

Nachdem im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 1993 das damals bestehende 2-Tonnensystem (bestehend aus Altstoff- und Nassmülltonnen) zum „Neuen Tölzer Konzept“ weiterentwickelt wurde, gab es Papier-, Bio- und Restabfalltonnen ergänzt durch Wertstoffhöfe und Wertstoffinseln.  Das Bringsystem bei den Verpackungsabfällen – aufgesplittet auf sechs verschiedene Fraktionen – hat sehr auf die Mitarbeit der Bürger gesetzt. Dennoch wurde diese getrennte Sammlung mittels Wertstoffinseln vom Abfallwirtschaftsunternehmen AWU und der Politik favorisiert, da es immer leichter ist, bereits vorsortierte Wertstoffe zu verwerten, als aus einem Gemisch wieder verwertbare Wertstoffe heraus zu sortieren, und da anfangs die von den Dualen Systemen bezahlten Erlöse für sortierte Verpackungen sehr hoch waren.

Leider hat sich jedoch im Laufe der Jahre herausgestellt, dass einerseits die Verschmutzung der Standplätze durch Abfallablagerungen jeglicher Art stieg – eine Zumutung für die Anlieger – und andererseits die Mitmachbereitschaft sank: die Menge der zu den Wertstoffinseln und Wertstoffhöfen gebrachten Wertstoffe  insgesamt war deutlich niedriger als in Landkreisen mit Holsystem und es wurden zunehmend gemischte Wertstoffe vor die Behälter gestellt, ohne diese einzusortieren. Dadurch wäre eine Nachsortierung der Wertstoffe ohnehin notwendig geworden. Der hohe Bring- und Sortieraufwand, den wir unseren Kunden zugemutet haben, war daher zum Schluss kein Gewinn im Sinn einer hochwertigeren Verwertung mehr. Daher haben das AWU und die Politik sich zum 01.01.2018 zu einem Systemwechsel auf die Verpackungsabfalltonne entschieden:

4-Tonnen-System im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ab dem 01.01.2018